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Sicher weißt du so ungefähr, was Revolution im Fach Geschichte bedeutet. Eine Gruppe von Unzufriedenen erhebt sich gegen die geltenden politischen oder gesellschaftlichen Verhältnisse, es wird gekämpft, diskutiert, ein Umsturz herbeigeführt - kurz: ein neues System entsteht, neue Grundsätze werden festgelegt, die Menschen beruhigen sich wieder und du musst nun die Jahreszahlen solcher Geschehnisse lernen und die Biographien der Revolutionsanführer studieren. Und das soll die Geschichte einer Revolution sein? Du merkst, etwas sehr Entscheidendes fehlt da.

Es fragte sich einmal ein berühmter deutscher Dichter folgendes: "Ist es möglich, dass die ganze Weltgeschichte missverstanden worden ist? Ist es möglich, dass die Vergangenheit [so wie wir sie kennen] falsch ist, weil man immer von ihren Massen gesprochen hat, gerade, als ob man von einem Zusammenlauf vieler Menschen erzählte, statt von dem Einen ... ?" Nun ahnst du sicherlich, warum eine Revolution doch nicht so einfach in Zahlen und wissenschaftlichen Beschreibungen abgehandelt werden kann, warum eine Revolution wie die Französische vor ca. 210 Jahren mehr sein muss als ein Stapel trockener Tatsachen in irgendeines Wissenschaftlers verkramtem Studierzimmer... Es sind Frauen und Männer, Kinder und Jugendliche, die die Französische Revolution miterlebten, Menschen, für die sich so vieles veränderte, dass ihre Nachfahren noch in unserer Zeit am Datum der Revolution einen Feiertag begehen.

Allgemein gesagt sind die Veränderungen (gesellschaftlicher, politischer, kultureller, mentaler Art) so tiefschürfend gewesen, dass sie noch heute die Grundlage für das gemeinsame und öffentliche Leben nicht nur in Europa bilden. Diese beiden Aspekte - der Mensch während der Revolution und die Auswirkungen auf unsere Kultur - sollen daher die Hauptsache in der Behandlung dieses Themas darstellen.

Der Eingangsworte seien aber jetzt genug gewechselt, ihr wollt nun endlich Taten sehen, oder? Daher sollt ihr jetzt Gérard kennen lernen, einen junger Mann (kaum älter als ihr), der die Revolution miterlebt und mitgestaltet hat. Durch Gérards Tagebuchaufzeichnungen könnt ihr nun eintauchen in jene wilden Zeiten, als Freiheit und Gleichheit noch nicht selbst-verständlich waren.