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Einführung
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1791
Juni
Der König hat versucht, zu entfliehen! Ganz Paris ist in höchster Aufruhr. Man hat ihn in Varennes fassen können, als er gerade in einer Gastwirtschaft inkognito hatte einkehren wollen! Sogleich wurde er mit großem Tamtam wieder nach Paris eingeführt - wir standen am Straßenrande und schauten spöttisch dem langen Zuge aus feixenden Revolutionären an, die in ihrer Mitte die königliche Familie (welche freilich eine bitterböse bis ängstlich-entwürdigte Miene aufsetzten) transportierten. Nun steht seine Exzellenz der König von Frankreich zur Belustigung der Massen unter Hausarrest in den Tuillerien. Er ist da nicht der erste, der entfleuchen wollte - verschiedene Vertreter des ersten Standes sind seit den Sommerereignissen 1789 ins Ausland entflohen. Man sagt, sie würden dort eine Streitmacht gegen unsere Revolutionäre zusammentrommeln. Wie dem auch sei - das französische Volk ist jetzt so mächtig, dass nichts Ernstes befürchtet werden muss.
3. September
Endlich ist es soweit! Die neue Verfassung steht, dem König hat man auch noch ein bisschen Macht geschenkt (Adèle meint aus Mitleid) und unsereins hat endlich konkrete Mitbestimmungsrechte in Form von Wahlrechten erhalten. Papa und Adèles Freund haben sich heftig gestritten über die neuen Grundlagen - Pierre hielt das Wahlrecht, was nur für die Vermögenden gilt, für ungerecht. Papa hingegen hebt die guten Seiten der Verfassung hervor: Exekutive, Legislative und Justiz werden streng voneinander getrennt während die Nationalversammlung das politische Gewicht innehat. Ich muss Pierre recht geben: Die Forderung nach Gleichheit aller Menschen findet hier noch keine Erfüllung.
Der König hat sich beeilt, der Verfassung seine Treue zu schwören - in seiner Situation wäre anderes Handeln unklug.
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